Vorstellung von
Neuerwerbungen:
„Schmuck aus Zentralasien - Schmuck der
Turkmenen“ Die Köhler-Osbahr-Stiftung zur Förderung von
Kunst- und Wissenschaft bereichert mit erneuten Ankäufen die Abteilung
„Schmuck“ in der Sammlung Köhler-Osbahr im Kultur- und
Stadthistorischen Museum Duisburg.
Im engen Schulterschluß
zwischen Stiftung und Betreuer der Sammlung ist beschlossen worden, diesen
Bereich noch stärker hervorzuheben. Die Grundlage dafür liegt im
allgemeinen guten Zuspruch für die Präsentation der
Schmuckkollektionen in der Dauerausstellung. Im großen Umkreis um
Duisburg herum gibt es keine Schmuckausstellungen dieser Art. Diese Aspekte
waren ausschlaggebend für den aktuellen Ankauf von mehreren turkmenischen
Schmuckstücken von außergewöhnlicher Qualität und
Ausstrahlung sowie den exklusiven, sehr farbigen Webereien und
Stickereien.
Mit dem nun erhaltenen Material wird in der
Dauerausstellung ein Wandbereich und eine Vitrine neu gestaltet. Die
Museumsbesucher können ab sofort diese neuen alten Schätze in der
Sammlung bewundern.
Es handelt sich um zumeist turkmenischen Frauen-
und Männerschmuck der verschiedenen zentralasiatischen Stämme, Tekke,
Ersari, Goklan und dem angrenzenden persischen Raum:
- Paar vierreihiger Armmanschettenmit eingefaßten
Karneolen und Silberapplikationen.
- Zweireihige Armmanschette mit Silberapplikationen
- Oberarmamulettmit großem Karneol, darin eine
eingeschnittene Koransure
- Schläfengehänge mit eingefaßtem Almandin
und Anhängern
- Fingerringmit eingefaßtem Karneol, „Falschem
Granulat“ und Feuervergoldung
- Eingangsverzierung einer Jurte, sehr farbige Weberei und
Stickerei
- Verschiedene Stoffbänder der Feststagstrachtmit
Troddeln aus Perlen
- Spitztuch (Rückentuch) mit aufwendiger
Stickerei

Besonders die beiden
großen Armmanschetten beeindrucken durch Form, Farbe und Gewicht. Die
deutlichen Abnutzungsspuren sind ein Hinweis darauf, daß sie lange
getragen wurden und alt sind. Obwohl dieser Schmuck älter anmutet,
heißt alt in diesem Fall nur ca. 50 – 100 Jahre. Das liegt an dem
über Jahrhunderte beibehaltenen traditionellen Stil, der sich nur wenig
verändert hat. Erst Stücke nach 1970 sind stilistisch deutlich
schlechter gearbeitet und können als solche erkannt werden.

Ungewöhnlich und
interessant ist das Oberarmamulett mit dem großen Karneol, in den
vermutlich ein Koranvers eingeschnitten worden ist. Dieses Schmuckstück
wurde von den Männern am Oberarm getragen.
Trotz aller
Bemühungen von kontaktierten Arabern und von den Vorbetern der neuen
Moschee in Marxloh war der Text bisher nicht zu entschlüsseln. Ein
persischer Einfluß läßt sich vermuten, doch die Auslegung der
Schrift kann so variieren, daß sie nicht mehr von jedem zu lesen ist.

Die bunten Stoffe zeigen ebenfalls den traditionellen Stil
mit aufwendigen Stickereien und Perlenarbeiten. Einer dieser Stoffe
schmückte den Eingang einer Jurte, einem typischen Rundzelt der
nomadisierend lebenden Stämme. Die übrigen Stoffe gehören zur
Festtagstracht der Frauen. Auffällig sind dabei die vielen
„Fransen“ und „Troddeln“, in die zum Teil sehr alte
böhmische und venezianische Glasperlen eingearbeitet worden
sind.
Der Kulturdezernent der Stadt Duisburg, Frau
Brigitte F indeisen als Vertreterin der Stiftung und Ralf H. Althoff als
Betreuer der Sammlung stellen die schönen Kostbarkeiten den
Medienvertretern vor. |