

Foto: Georg Schreiber
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Prof. Boris BlochDer aus Odessa in der Ukraine stammende
Pianist und Dirigent Boris Bloch gehört seit langem zu den wichtigsten
Interpreten der klassischen und romantischen Klaviermusik. Ausgebildet am
Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium, wo er die Meisterklasse des international
bedeutenden Klavierpädagogen Dimitri Bashkirow besuchte, erarbeitete er
sich früh ein breites Repertoire, das von Scarlatti und Bach, der Wiener
Klassik, Chopin und Liszt über die deutsche und russische Romantik zu den
wichtigen Komponisten des 20. Jahrhunderts reicht und das er ständig
erweitert. Blochs detaillierte Kenntnis der Klavierliteratur der letzten drei
Jahrhunderte, sein umfassendes Wissen über die Musikgeschichte und ihre
Protagonisten sowie seine stupende Pianistik und vor allem seine starke
Künstler-Persönlichkeit sind Grundlage für die vielfach
gerühmte Ausdruckstiefe, den Farbenreichtum, die verblüffende
Stilechtheit und das unvergleichliche „Singen“ seines Klavierspiels
und finden ebenso ihren Niederschlag in den sorgfältig zusammengestellten
Programmen seiner Recitals Nach dem Studium in Moskau war Bloch
Preisträger internationaler Klavierwettbewerbe; unter anderem errang er
1976 den Ersten Preis bei den Young Concert Artists Auditions in New
York, 1977 die Silbermedaille bei der Artur
Rubinstein Piano Masters Competition in Tel Aviv und im Jahre 1978
eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Pianisten, nämlich den
Ersten Preis des Internationalen Klavierwettbewerbs „Ferruccio
Busoni“ in Bozen.
Blochs Konzerttätigkeit führt ihn
vor allem durch ganz Europa und zur Zusammenarbeit mit vielen berühmten
Orchestern. Er tritt häufig bei internationalen Musikereignissen auf, so
bei den Berliner Festwochen, den Meraner Musikwochen, beim
Rheingau Musik Festival, Festival Pianistico Internazionale
„Arturo Benedetti Michelangeli“, bei den Chopin-Festivals im
polnischen Duszniki Zdrój und im tschechischen Marienbad und anderen. Er
ist ständiger Gast u. a. beim Klavierfestival Ruhr, beim
Carinthischen Sommer in Ossiach-Villach, bei den Raritäten der
Klaviermusik in Husum und bei den Festivals Varna Summer
und Paläste von Sankt Petersburg. Mit dem Tonhalle-Orchester
Zürich führte er sämtliche Klavierkonzerte von Rachmaninow und
unter dem Dirigat von Christoph Eschenbach das selten gespielte Konzert von
Busoni auf, mit der Staatskapelle Berlin Klavierkonzerte Tschaikowskys und
mit den Duisburger Philharmonikern das Klavierkonzert von Scriabin. Auch als
Dirigent hat sich Bloch einen Namen gemacht, vor allem während seiner Zeit
als musikalischer Leiter der Oper in Odessa zwischen 1993 und 1995; zuletzt
dirigierte er im Rahmen der von ihm ins Leben gerufenen Winterabende an der
Ruhr in Essen Rimski-Korsakows Kammeroper „Mozart und
Salieri“.
Von Bloch existieren einige CD-Einspielungen, die
Referenzcharakter besitzen, so insbesondere seine Aufnahmen von
Liszt-Opernparaphrasen, die mit dem Grand Prix International du Disque
Liszt ausgezeichnet wurden, die Aufnahme des Klavierwerks Mussorgskys, die
den Preis Excellence Disque erhielt, oder die Live-Einspielungen von
Mozarts „Krönungskonzert“ und Tschaikowskys drittem
Klavierkonzert in seiner vollständigen Fassung (die beiden letztgenannten
Aufnahmen sind zusammen mit Liszt-Busonis Rhapsodie Espagnol auch auf DVD
erschienen). Aufgrund seines besonderen Einsatzes für das Klavierwerk
Franz Liszts wurde Bloch außerdem mit der Goldenen Ehrennadel der
internationalen Liszt-Gesellschaft Wien geehrt.
Seit seiner Berufung
zum Professor an die Folkwang Hochschule im Jahre 1985 lebt Bloch in seiner
Wahlheimat Deutschland. Seine pädagogische Begabung führt ihn
regelmäßig als Leiter von Meisterkursen an die Sommerakademie
Mozarteum in Salzburg und zu den Sommerkursen der Franz-Liszt-Hochschule in
Weimar. Daneben ist Bloch ein gefragtes Jury-Mitglied bei internationalen
Musikwettbewerben und war maßgeblich am Konzept des 1. und des 2. (1994
bzw. 1997) Concours Clara Schumann in Düsseldorf beteiligt. 2006 war Bloch
der künstlerischer Leiter des 1. Internationalen Karl Bechstein
Klavierwettbewerbs.
Das Silvesterkonzert mit Boris Bloch, in der
Form eines reinen Klavier-Rezitals, wurde von ihm 1991 begründet und hat
mittlerweile Kultstatus beim Essener Musikpublikum erreicht. Das begehrte und
stets ausverkaufte Konzert findet seit dem Jahre 2004 in der Essener
Philharmonie statt. |